GesundheitsTips

Physiotherapie für MS-Patienten ist sehr wichtig!!! Ich selbst erhalte zweimal die Woche Krankengymnastik nach Vojta und Bobath sowie Massage. Eine Erklärung dieser Therapieformen erhaltet Ihr auf den Seiten Vojta-Therapieund Bobath-Therapie.

Durch diese Dauertherapie erreiche ich eine länger anhaltende Verbesserung der Motorik und der Kraft. Diese Verbesserung hält zur Zeit noch mehrere Stunden nach der Therapie an.

Meine Empfehlung:

Praxis für Physiotherapie - Krankengymnastik - Massage

Luzia Söntjens und ihr Team

Internet: www.physio-soentjens.de

Das Praxisteam überzeugt durch überdurchschnittliche fachliche Qualifikation und Erfahrung!!!

Das Bobath Konzept

Das von Dr. Karel Bobath /Neurologe und Psychiater (1906-1991) und Dr.h.c. Berta Bobath /Physiotherapeutin (1907-1991) in London entwickelte Konzept diente ursprünglich der Behandlung von Jugendlichen und Erwachsenen mit erworbener Bewegungsstörung (z.B. nach Schlaganfall). Es fand jedoch bald Anwendung auch in der Therapie von Säuglingen und Kindern mit angeborenen Bewegungsstörungen (u.a. mit Spastizität / Athetose). Seit den Anfängen in den 40er Jahren wurde in stetiger Weiterentwicklung ein Konzept erarbeitet, das auf der Entwicklung der Hirnfunktion bzw. neurophysiologischer Grundlage basiert und sich durch seinen ganzheitlichen Ansatz auszeichnet. Dieses Konzept - bewußt nicht als "Methode" deklariert - ist so angelegt, daß auch in Zukunft weitere wissenschaftliche Erkenntnisse und empirische Erfahrungen einbezogen werden können.

Heute behandeln TherapeutInnen verschiedener Fachrichtungen (PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen, LogopädInnen) PatientInnen mit zerebralen Bewegungsstörungen sowie mit sensomotorischen Auffälligkeiten und anderen neurologischen und neuromuskulären Erkrankungen einschließlich kognitiver Beeinträchtigungen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter nach dem Bobath-Konzept.

Der gemeinsame Behandlungsansatz

Die Normalentwicklung des Kindes beinhaltet eine ständige Anpassung der angeborenen motorischen Verhaltensweisen an die Umwelt; durch Neugierverhalten, Ausprobieren und Wiederholen werden flexible Handlungsstrategien erlernt. Diese Faktoren können bei primär gestörter sensomotorischer Entwicklung- oder auch bei später erworbenen Schädigungen - auf vielfache Weise beeinträchtigt sein. Ziel der Behandlung ist es, dem Kind oder älteren Patienten über Bewegungserfahrungen motorisches Lernen zu ermöglichen, ihm bei der "Selbstorganisation" zu helfen.

Voraussetzung für die Behandlung ist die ärztliche Diagnose und die ergänzende fachspezifische Befunderhebung. Ausgehend von differenzierten Kenntnissen über die Normalentwicklung, die sich durch Varibilität auszeichnet, sowie über die pathologische Entwicklung und deren Auswirkungen auf das motorische Lernen, wird analysiert, auf welchen Fähigkeiten des Patienten die Behandlung aufgebaut werden kann und welche Behandlungsstrategien eingesetzt werden können, um sensomotorische Störungen zu bessern, kompensieren zu helfen oder zumindest Verschlechterung zu vermeiden.

Aus der Analyse des Befundes folgt die Ableitung der Behandlungsschritte unter Berücksichtigung der Persönlichkeit des Patienten in seinem sozialen Umfeld. Befund und Behandlung sind einständig weiterlaufender Prozeß, der sich einerseits immer wieder neu an erworbenen Fertigkeiten/Fähigkeiten und den noch bestehenden Schwierigkeiten orientiert, andererseits einen "dialogischen Ansatz" in der aktuellen Behandlungssituation erfordert.

Voraussetzung für eine optimale Behandlung sind:

  • zentrale Wachheit, Motivation und Aufmerksamkeit
  • eine therapeutische Vorgehensweise bzw. ein Angebot, das dem Alter und der Entwicklung des Patienten angemessen ist
  • alltags- bzw. situationsbezogendes Handeln.


Motorisches Lernen wird gezielt gefördert, indem Bedingungen geschaffen werden, die das Explorieren, Ausprobieren und Entwickeln von Strategien möglich machen. Dieses findet im Handeln bzw. in Funktionen statt.Taktile, propriozeptive und vestibuläre Reize im Sinne von - Berührungen und Berührtwerden - Bewegen und Bewegt werden, aber auch Reize im akustischen, im optischen, im Geruchs- und Geschmacksbereich wirken in diesem Prozeß des motorischen Lernens mit.

Durch die gezielt angewendete äußere Reizgebung in der Therapie wird die Entwicklung einerTonusregulation von Haltungs- und Bewegungsmustern unterstützt, die dazu dient, dem Patienten zur Verbesserung und Ausweitung seiner Möglichkeiten zu verhelfen. Je nach Notwendigkeit können Hilfsmittel zur Unterstützung eingesetzt werden. Sie sollen Erleichterungen für Patienten, Eltern und Betreuer schaffen.

In der Behandlung werden Wege gesucht, die Eigenaktivität des Patienten aufzugreifen, zu verstärken und gegebenenfalls zu modifizieren.

Die Behandlung wird so alltagsnah wie möglich durchgeführt bzw. wird in die Bereiche des täglichen Lebens - Nahrungsaufnahme, Kommunikation, Körperpflege, An- und Ausziehen, Transfer/Fortbewegung - direkt übernommen.

Die Bezugspersonen des Patienten - bei Kindern vor allem die Eltern - werden von Anfang an einbezogen. Nach Möglichkeit wird mit ihnen zusammen die individuell geeignete Vorgehensweise erarbeitet.

Die berufsspezifischen Schwerpunkte

Gemeinsames Denken und Handeln ist ein Grundprinzip des Bobath-Konzeptes. Das gilt sowohl für die Zusammenarbeit mit dem Patienten wie auch mit seinen Bezugspersonen und den Mitgliedern des ärztlichen / therapeutischen / pädagogischen / pflegerischen Teams; es bedeutet einen intensiven interdisziplinären Informations- und Erfahrungsaustausch aller Beteiligten.

Gemeinsame Ziele sind insbesonders - Sicherung der Vitalfunktionen vor allem bei schwer mehrfach behinderten Patienten - Förderung der Kommunikation - Erreichen der größtmöglichen Selbstständigkeit im eigenständigen Handeln - Unterstürzung der Selbstverantwortlichkeit des Patienten - Vermeiden von Kontrakturen und Deformitäten.

Zur Erreichung dieser Ziele lassen sich im therapeutischen Bereich fachspezifische Aufgaben formulieren. In der praktischen Arbeit mit dem Patienten werden sie sich - je nach Problematik - einerseits überschneiden, andererseits ergänzen.

Physiotherapeutische Bereich

Optimierung der Haltungskontrolle / des Gleichgewichts in verschiedenen Positionen im Raum in Verbindung zu Alltagssituationen (mit Berücksichtigung verschiedener Faktoren wie z.B. von biomechanischen Gegebenheiten) - Hilfestellung zum Finden eigener Bewegungsstrategien mit den Schwerpunkten Aufrichtung und Fortbewegung.

Ergotherapeutische Bereich

Hilfestellung zur Vorbereitung von Reizen in allen Sinnesbereichen insbesondere im Hinblick auf Zu- und Einordnen, Sortieren und Handeln - Einübung von und Vorbereitung auf Funktionen in Alltagssituationen - Spezielles Anliegen ist die Förderung der kognitiven, feinmotorischen und psychosozialen Entwicklung des Patienten.

Logopädischer Bereich

Förderung besonders im orofacialen und sprachlichen Bereich aufbauend auf den grobmotorischen Voraussetzungen - Spezielles Anliegen ist die Förderung in Bezug auf Atmung, Stimme, Nahrungsaufnahme, Artikulation, sowie die Förderung der vorsprachlichen, der nonverbalen und der verbalen Kommunikation.

Die Weiterbildung

Um das Bobath-Konzept anwenden zu können, bedarf es einer beruflichen Zusatzausbildung. Nach erfolgreicher Teilnahme an einem Weiterbildungskurs an einem anerkannten in- oder ausländischen Bobath-Ausbildungszentrum wird ein Zertifikat erteilt, das zur Ausübung dieser Behandlung berechtigt.

Zugelassen zu den Behandlungskursen werden PhysiotherapeutInnen, ErgotherapeutInnen und LogopädInnen mit entsprechender Berufserfahrung. Auch Ärztinnen können teilnehmen, um in entwicklungsneurologischen, neurologischen und orthopädischen Bereichen Diagnostik und Differentialdiagnistik zu vertiefen, Bewegungsabläufe besser zu verstehen, um Patienten, Eltern und Betreuer spezifischer beraten zu können und außerdem mit den TherapeutInnen das Bobath -Konzept weiter zu entwickeln. Für Pflegepersonal an neurologischen Einrichtungen werden spezielle Kurse angeboten; für pädagogische und andere MitarbeiterInnen in Einrichtungen der Behindertenhilfe werden Informationskurse durchgeführt sowie Seminare, in denen die Prinzipien des Bobath-Kurses zugrunde gelegt werden.

Behandlungskonzept nach Prof. Dr. Vojta

weitere Infos: www.vojta.com

Der Gründer dieser Therapieform, Prof. Dr. Vaclav Vojta lebte seit 1968 in Deutschland. Er war Neuropädiater und Neurologe, lehrte und arbeitete viele Jahre am Kinderzentrum in München und dozierte u.a. an der Karls-Universität in Prag. Am 12. September 2000 starb Professor Vojta nach kurzer, schwerer Krankheit.

Prof. Dr. Vojta hat erstmals in den 50er Jahren herausgefunden, daß man in die Steuerung des Gehirns eingreifen kann, um Haltung und Bewegung zu beeinflussen. Ein gezieltes Bewegen gegen Widerstand verbesserte die Gesamtsituation der Patienten. Durch Beobachten, Analysieren, Vergleichen und durch das Achten auf bestimmte Gesetzmäßigkeiten entstand, was wir heute als Bahnungssystem Vojta, Vojta-Konzept oder Reflexlokomotion bezeichnen.

Der Grundgedanke der Therapie besteht aus einem ganzheitlichen Konzept:

  • Jede Art von Bewegung oder Haltung ist fest im Gehirn (Axisorgan mit dem  Zentralnervensystem) einprogrammiert. So ist auch eine skoliotische Fehlhaltung im Gehirn eine "Programmstörung" mit entsprechender Haltungs- und Bewegungsstörung als sichtbarem Ausdruck.
  • Die "ideale Motorik" mit allen feinen Bewegungen und Gleichgewichtsreaktionen soll wieder hergestellt werden.
  • Die Reflexfortbewegung nach Vojta ist während des ganzen Lebens (von Geburt an bis ins hohe Alter) abruf- und anwendbar.
  • Die Reflexfortbewegung ist bei jeder Störung von Haltung und Bewegung einzusetzen. Je früher die Behandlung beginnt, desto effektiver kann der Bewegungsstörung entgegengewirkt werden.
  • Bei Skoliosen und allen anderen orthopädischen Fehlhaltungen zeigt sich durch die Vojta-Therapie sehr deutlich eine verbesserte Haltung.

Wie wird therapiert ?

1. Die Reflexfortbewegung wird in ganz bestimmten Ausgangslagen ausgeführt.

2. Durch Druck an genau festgelegten Zonen oder Punkten werden Reize gesetzt.

3. Diese Zonen müssen durch dreidimensional gesetzte Reize stimuliert und verstärkt werden.

Ausgangslage, Druckrichtung Druckstärke und Dauer werden gemeinsam erarbeitet und jedem Patient angepasst.

Welche Ausgangsstellungen werden eingesetzt ?

Es gibt drei Grundpositionen und über 20 verschiedene Variationen dazu. Es werden immer horizontale Ausgangsstellungen gewählt, weil diese entwicklungsgeschichtlich näher am "Mangel" und am falschen "Haltungsmuster" dran sind, als die aufrechte Haltung.

Ausgangsstellung Bauchlage: Hier wird das Reflex-Kriechen ausgelöst

Ausgangsstellung Rückenlage: Hier wird das Reflex-Umdrehen 1. Phase ausgelöst.

Ausgangsstellung Seitenlage: Hier wird das Reflex-Umdrehen 2. - 4. Phase ausgelöst.

Was bedeuten Zonen und Reize ?

Prof. Dr. Vojta beschreibt neun verschiedene Zonen und zwei "Widerstands-Zonen", alle wurden empirisch gefunden. Durch Kombination verschiedener Zonen und durch Druck- oder Zugreize werden die Reflexlokomotionen in Gang gesetzt. Der Patient reagiert mit einer Bewegungsantwort, die vorher schon ganz genau definiert werden kann.

Die Reizmenge (Anzahl der Zonen) und die Reizdauer (wie lange eine Zone stimuliert wird) ist ebenfalls wichtig.

Bestimmte Bewegungen werden zusätzlich durch Widerstände gebremst, d.h. isotone (dynamische) Kontraktionen werden in isometrische umgewandelt. So bekommen die Muskelketten umgekehrte Reize, welche für die Gleichgewichtsregulationen unbedingt Voraussetzung sind.

Was bedeutet Bahnung ?

Bahnung bedeutet Erleichterung das motorischen Prozesse. Durch die Reflexlokomotion werden bestimmte physiologische Muster in Gang gesetzt und der Patient selbst schafft den Zugang zu seinem Zentralnervensystem. Gerade bei der Skoliose erreicht man durch die Bahnung der Reflexlokomotion die Muskelgruppen, die "unbewußt und nicht kommandierbar" sind. Es sind alle Muskeln (autochthone Muskeln), die direkt an der Wirbelsäule sitzen und die hauptsächlich für die skoliotische Fehlhaltung verantwortlich sind.

Welche positiven Effekte kommen dazu ?

  • verbesserte Hautdurchblutung (Hautfarbe und -temperatur)
  • Verdauungs- und Miktionsrhythmus normalisieren sich
  • Atmung verbessert sich, Vitalkapazität steigert sich, Stimme wird lauter und kräftiger
  • Sagittaler Thoraxdurchmesser wird größer
  • Längenwachstum der Röhrenknochen wird aktiviert (weniger Frakturen)
  • Innere Wahrnehmung verbessert sich (Propriozeption)
  • Gleichgewichtsreaktionen verbessern sich

Zusammenfassung

Bei der Voja-Behandlung wird unser Gehirn angeregt, das Programm der angeborenen idealen Bewegungsmuster in Gang zu setzen. Die Anwendung muß zwei bis vier mal täglich erfolgen. Es kann erreicht werden, daß der Patient den ganzen Tag eine verbesserte Haltungs- und Bewegungsmöglichkeit hat und diese auf Dauer in seine Spontanmotorik einsetzt. Ebenso werden die Wahrnehmungsmöglichkeiten über den Körper deutlich verbessert. Die Reflexlokomotion ist zwar anstrengend, aber effektiv !

-med Selbsthilfe-Chat!

- Sie sind frisch mit der Diagnose MS konfrontiert! Wie geht es weiter?

- Eigentlich wollen Sie, trotz oder gerade wegen der MS, das Beste aus der Situation machen. Aber...

Aktuelles

Spenden

Zur Person

Wir möchten Euch einiges über die chronische Krankheit “Multiple Sklerose” berichten. Viele Infos und Verweise findet Ihr auf den nächsten Seiten.

Unser Ziel ist Information, Beratung und Unterstützung. Wir freuen uns über jeden Besucher.



Uwe Stommel

Uwe Stommel

Diagnose MS seit 1999

DMSG zertifizierter Betroffenen-Berater seit 2004

Leiter Kontaktkreis Ruppichteroth

Vorsitzender DMSG Landesbeirat der Kontaktkreise NRW

Ausführliches Profil

Michael Wendel

Michael Wendel

Diagnose MS seit 15 Jahren

DMSG zertifizierter Betroffenen-Berater seit 2007

Stellvertretender Leiter Kontaktkreis Ruppichteroth

 

Ausführliches Profil

mitglied werden

Interessante Links